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Was ist DNS?

DNS steht für Domain Name System – und ist so etwas wie das Telefonbuch des Internets. Es sorgt dafür, dass Sie sich Namen wie www.ruhr-uni-bochum.de merken können, statt kryptischer Zahlenfolgen. Ohne DNS würde im Internet praktisch nichts funktionieren: kein Surfen, keine E-Mail, kein Videostreaming.


Wofür ist DNS da?

Computer im Internet erreichen sich nicht über Namen, sondern über IP-Adressen – Zahlenfolgen wie 134.147.64.10. Das ist die "Telefonnummer" eines Servers.

Menschen können sich Zahlenfolgen aber schlecht merken. Deshalb gibt es Namen wie www.ruhr-uni-bochum.de – und das DNS übersetzt zwischen beiden Welten:

DNS als Telefonbuch des Internets

Jedes Mal, wenn Sie eine Webseite aufrufen, eine E-Mail verschicken oder eine App Ihr Handy mit einem Dienst verbindet, passiert im Hintergrund zuerst eine DNS-Abfrage: "Welche IP-Adresse gehört zu diesem Namen?" Erst mit dieser Antwort weiß Ihr Gerät, wohin es sich verbinden soll.

Gut zu wissen: Eine DNS-Abfrage dauert meist nur wenige Millisekunden – Sie bemerken davon nichts.


Wie funktioniert eine DNS-Abfrage?

Kein einzelner Computer der Welt kennt alle Internetadressen – dafür gibt es viel zu viele, und sie ändern sich ständig. Stattdessen ist das Wissen verteilt: Viele Server kennen jeweils nur ihren eigenen Bereich und verweisen ansonsten weiter.

Die Vermittlerrolle übernimmt dabei der DNS-Resolver – eine Art Auskunftsdienst, den Ihr Computer automatisch fragt (an der RUB sind das die Nameserver von IT.SERVICES, zu Hause meist der Ihres Internetanbieters). Der Resolver klappert der Reihe nach die zuständigen Stellen ab:

Ablauf einer DNS-Abfrage

Im Einzelnen passiert Folgendes:

  1. Ihr Computer fragt den Resolver: "Welche IP-Adresse hat www.ruhr-uni-bochum.de?"
  2. Der Resolver fragt einen Root-Server ("Wurzel" des Systems). Der kennt die Antwort nicht selbst, weiß aber, wer für die Endung .de zuständig ist.
  3. Der Resolver fragt den .de-Server. Auch der kennt die IP-Adresse nicht, weiß aber, welcher Nameserver die Domain ruhr-uni-bochum.de verwaltet.
  4. Der Resolver fragt den Nameserver der RUB. Dieser kennt die Antwort: 134.147.64.10.
  5. Die Antwort geht zurück an Ihren Computer – und Ihr Browser kann die Verbindung zur Webseite aufbauen.

Das klingt nach vielen Schritten, funktioniert aber blitzschnell – auch weil sich der Resolver Antworten auf einem Merkzettel (Cache) notiert. Fragt kurz danach jemand nach demselben Namen, antwortet er sofort aus dem Gedächtnis, ohne erneut alle Stationen abzufragen.

Alltagsvergleich: Sie suchen "Frau Müller aus der Buchhaltung". Die zentrale Auskunft (Resolver) fragt zuerst die Vermittlung (Root): "Wer ist für Verwaltung zuständig?", dann das Sekretariat der Verwaltung (.de-Server): "Wo sitzt die Buchhaltung?", und schließlich die Buchhaltung selbst (Nameserver der RUB), die die Durchwahl kennt. Beim nächsten Anruf weiß die Auskunft die Nummer schon auswendig.


Wie sind die Namen aufgebaut?

Internetnamen (Domains) sind hierarchisch organisiert – wie ein Baum, den man von rechts nach links liest:

Die DNS-Namenshierarchie

Am Beispiel www.ruhr-uni-bochum.de:

  • .de – die Endung (Top-Level-Domain), hier für Deutschland.
  • ruhr-uni-bochum – die Domain der Ruhr-Universität Bochum.
  • www – ein einzelner Dienst (Subdomain) innerhalb der Domain, hier der Webserver.

Der Clou dieser Aufteilung: Jeder verwaltet nur seinen eigenen Bereich. Die RUB kann selbst entscheiden, welche Namen es unterhalb von ruhr-uni-bochum.de gibt – ohne irgendwo zentral nachfragen zu müssen. Genau deshalb funktioniert das DNS weltweit mit Milliarden von Einträgen.


Die wichtigsten Begriffe auf einen Blick

Begriff Einfach erklärt
IP-Adresse Die "Telefonnummer" eines Geräts im Netz, z. B. 134.147.64.10 (IPv4) oder 2a05:3e00:1:1002::64:10 (das längere, neuere IPv6-Format).
Domain Ein Namensbereich im Internet, z. B. ruhr-uni-bochum.de.
Nameserver Ein Server, der die Einträge einer Domain kennt und Auskunft gibt.
Resolver Der "Auskunftsdienst", der für Ihren Computer die zuständigen Nameserver abklappert.
Cache Der "Merkzettel": bereits bekannte Antworten werden eine Zeit lang zwischengespeichert.
A-Record Ein DNS-Eintrag, der einem Namen eine IPv4-Adresse zuordnet (AAAA für IPv6).
CNAME (Alias) Ein "Spitzname", der auf einen anderen Namen verweist.
MX-Record Sagt, welcher Server die E-Mails einer Domain annimmt.

Und an der RUB?

IT.SERVICES betreibt die Nameserver und Resolver der Ruhr-Universität und verwaltet die Domain ruhr-uni-bochum.de:

  • Eigene DNS-Einträge (z. B. für einen neuen Server am Lehrstuhl) verwalten Sie mit IPControl – siehe IP-Verwaltung mit IPControl.
  • Wie Sie DNS-Abfragen verschlüsselt stellen, zeigt die Seite DNS-Verschlüsselung (DoT / DoH).
  • Nützliche Werkzeuge zum Nachschlagen von DNS-Einträgen finden Sie unter Tools.
  • Bei Fragen rund um Domains und DNS-Einträge hilft: hostmaster@ruhr-uni-bochum.de.